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Die - KG Recht - publiziert

 

 Sie lesen heute: `GK als politischer Häftling`

 

Quelle/ LINK wenn ich an Deutschland denke - oder - das andere Leben des Günther Kiefer

 

mich hinein, da ich es wusste. Es war so weit, der Transport in den Westen würde zeitnah beginnen.

 

Ich wurde an einem der nächsten Tage geweckt – so gegen 06.00 Uhr? - und mir wurde barsch und unmissverständlich befohlen – anziehen und mitkommen -. Ich wurde unauffällig – und ohne Zwischen-Stopp - aus der JVA - zu einer draußen wartenden `Grünen Minna` - geschleust, in der ich einen Mitfahrer – im Zellentrakt – ausmachen konnte, den ich erst später, in Gießen – im Notaufnahmelager – wieder sehen sollte.

 

Eingepfercht – in eine 1x1x1m `große` und vergitterte/ fensterlose Fahr-Gast-Zelle – holperten wir los. Am jeweiligen Straßenbelag konnte ich ungefähr `erkennen`, wo wir gerade waren. Nach ca. 2h endete die Fahrt abrupt und die Bewacher befahlen barsch – aussteigen -. Mir wurden die Handschellen abgenommen und ich versuchte - völlig steif - aus dem Gefangenen-Transporter (B 1000) auszusteigen und mich umzuschauen. Ich `entdeckte` eine Strafanstalt und wartete, was nun kommen würde.

 

Bekanntes lief ab – Schleuse, Zellentrakte, Wachmannschaften, etc. -. Und doch war etwas spürbar anders. Der `Ton` war anders - das Licht war heller, die Bewacher freundlicher, alles war entspannter -. Und ich wurde nun in `meine neue Zelle` gebracht und ich war geblendet – helles Licht, weiße Bettwäsche, weiße Porzellanwaschbecken, goldene Wasserhähne und entspannte Gesichter -.

 

Und ich wurde mit Gejohle begrüßt. Wir waren nun `unter uns` - die Politischen - die in den nächsten Tagen in `den Bus` steigen sollten, der sie/ uns in den Westen bringen würde.

 

Die nächsten Tage waren `unbewacht` entspannt; wir führten – unter uns - emotionale & intellektuelle & politisch motivierte Gespräche, `eingerahmt` von wirklich gutem Essen und Ausschlafen dürfen. Um uns kümmerte sich `kein Schwein` mehr.

 

Nach ca. 14 Tagen und einer Abschlussuntersuchung, hieß es wieder – packen - diesmal entspannt und ohne Befehle. Kurz vorher fand noch das obligatorische Gespräch mit einem STASI-Hauptmann – da wir im STASI-Knast Chemnitz saßen - statt, der mich fragte, ob ich denn nun in den Westen gehen oder doch lieber im Osten (er sagte natürlich `DDR`) bleiben wolle, was er mir, wenn ich mich zum Bleiben entschließen könne, zuckersüß ausmalte (ich glaubte ihm kein Wort, da ich diese Art Versprechen, die auch meinem Bruder gegeben worden waren, noch gut `im Ohr` hatte).

 

Ich sagte – Nein – ich will in den Westen. Er unterließ jede weitere Intervention, hielt mir ein Schriftstück hin (die Entlassung aus der `DDR`-Staatsbürgerschaft), das ich bitte zu unterschreiben habe und er verschwand - so, wie er erschienen/ gekommen war – lautlos im Dunkeln.

Wir fanden uns nun alle in einem West-Bus (Magirus Deutz, mit Wechselkennzeichen) wieder, der umgehend das Gelände der JVA verließ und über die Straßen von Chemnitz, in Richtung Autobahn holperte, von Chemnitzer Fußgänger-Blicken wissend begleitet. .... weiter im Buch ....