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Sie lesen heute:  `Stadt gegen Land`, von Leo Babauta

     Quelle: www.52wege.de

 

 

Stadt gegen Land

 

Sieht so Minimalismus aus?

 

Ich höre oft, dass man in San Francisco nicht minimalistisch leben kann – weil es eine Stadt ist, weil es teuer ist dort zu leben, weil dort alle Menschen so geschäftig und gehetzt sind. Das verwirrt mich, weil ich mich dann frage, was im Verständnis dieser Menschen Minimalismus eigentlich ist.

 

Es gibt nicht nur eine Weise, Minimalismus zu leben – man kann das machen, indem man in einem Bauwagen lebt, mit dem Rucksack um die Welt reist, in einem winzigen Haus lebt, auf einer großen Farm oder sonstwo.
 

Für mich bedeutet es, ein einfaches Leben zu genießen, mit meiner Frau und meinen Kindern; zu lernen, zufrieden zu sein und nicht dauernd Dinge kaufen zu müssen; mit weniger Besitz aber dafür mehr Zeit zu leben; Dinge zu tun, die ich liebe und dafür Raum im Leben zu haben. Das kann ich überall.

 

Natürlich sind viele Menschen in Städten (auch in San Francisco) sehr geschäftig. Das heißt nicht, dass ich das auch sein muss. Viele Menschen fahren den ganzen Tag wie verrückt in Autos herum – aber ich gehe zu Fuß oder nehme öffentliche Verkehrsmittel. Viele Menschen verharren in einem Leben, in dem sie andere beeindrucken müssen, aber mir ist das nicht so wichtig.

 

Wohnungen in San Francisco sind teuer, aber davon abgesehen, muss ich nur sehr wenig Geld ausgeben. Meist koche ich selbst, mit einfachen Zutaten; wenn ich etwas brauche, kann ich es meist in Second-Hand-Läden erwerben; meist bin ich zu Fuß unterwegs. Was ich an San Francisco so mag, ist das geistig aufgeschlossene Umfeld, diese enorme Ansammlung gleichgesinnter Menschen, die mit Freude ihr eigenes Ding durchziehen, wachen Geistes und in Liebe zu Natur und Kunst. Ein großartiges Umfeld, das meinen Kindern als Erkundungsraum dient.

 

Zugleich fragen sich andere, ob sie ein minimalistisches Leben im Umland oder in einer kleinen Stadt führen können –, wo sie keinen Zugang zu guten öffentlichen Verkehrsmitteln haben und auf ein Auto angewiesen sind. Natürlich kann man das: Überall kann man lernen, Zufriedenheit zu finden, unnötiges Zeug loswerden und seine Zeit mit Dingen verbringen, die wenig oder gar nichts kosten und einem Freude machen. Du kannst, wenn du magst, dein Auto nur noch spärlich verwenden, wo immer möglich zu Fuß gehen oder Rad fahren und Dinge daheim oder in der direkten Nachbarschaft tun. Es gibt auch Menschen, die ihr Auto sogar ganz abgeschafft haben, obwohl sie auf dem Land oder in Vorstädten leben – auch Menschen mit Kindern.

 

Minimalismus braucht keine bestimmte Umgebung. Es gibt keine Vorbedingungen für Minimalismus. Mach es so, wie du magst, wie du kannst – wo immer du gerade bist.

 

Dieser Artikel stammt von Leo Babauta, er wurde erstmals auf seiner Website mnmlist.com unter dem Titel city vs. country minimalismus veröffentlicht. Übersetzung: Peter Brandenburg,

 

Lektorat: Dirk Henn.