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Die - KG Philosophie - publiziert 

 

regelmäßig Beiträge: Sie lesen heute:  `GK als Menschenrechtler`

 

Quelle/LINK: wenn ich an Deutschland denke - oder - das andere Leben des Günther Kiefer

 

 

LINK-Empfehlungen: 

 

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Dazu singt, spielt und trägt Günther Kiefer eigene Lieder, eigene Gedichte und kleine Geschichten & Anekdoten vor, die auszugsweise auf seiner CD zu hören sind.

 

2013 – an einem schönen Maitag - war es wieder so weit. Auf einem Marktplatz, in einer nahegelegenen Kleinstadt, versuchte ich zum ersten Mal mein Glück auf der Straße. Und es war ein dilettantischer Versuch. Der leichte Wind wehte meine Notenblätter vom Notenständer und ich dachte – scheiße – du hast die Klammern vergessen, die die Notenblätter festhalten. Und ich suchte mir einen geeigneten Platz aus und dachte wieder – Mist – du bist auf Bänke, Treppen o.ä. angewiesen, um zu spielen. Du musst dir einen Stuhl besorgen, damit du ein Stück weit platzunabhängig bist.

 

Ich wollte aber auch nicht gleich wieder gehen. Und so spielte ich ein Lied, bekam 1€, bis mir der Wind die Notenblätter abermals wegwehte und die Passanten mir beim Einsammeln halfen. Nun hatte ich die Nase voll. Ich packte meine `7Sachen` und fuhr wieder nachhause.

 

Beim nächsten Versuch, diesmal in Wiesbaden - auf dem Mauritiusplatz - hatte ich natürlich einen Stuhl und Klammern dabei, damit mir das Missgeschick nicht noch einmal passieren konnte. Und ich hatte eine Flasche Mineral-Wasser dabei, da Singen und Spielen, auf höchstmöglichem Niveau, auch höchst anstrengend ist, vergleichbar mit jedem anderen Leistungssport.

 

Diesmal wurden es 15€, in einer Stunde, verbunden mit einer gewissen Wahrnehmung des Künstlers Kiefer und der ein oder anderen Beifallsbekundung. Es wurde ein erster Achtungserfolg, der eine 3jährige Lehrzeit – 2013, 2014 und 2015 – einläuten sollte.

 

Ich probierte nun alles aus, was ein `Straßenmusiker` ausprobieren kann und soll. Ich spielte in Mainz, in Wiesbaden und in Limburg. Ich spielte bei Sonnenschein und bei Regen. Ich spielte im Sommer und im Winter. Ich `sezierte` jede Gasse und jeden Platz und suchte nach meinem Platz, nach meinem Publikum und nach meiner Chance.

 

Ich feierte Erfolge, traf wunderbare Menschen; Menschen, die extra kamen/ anreisten, um mich zu hören. Ich spielte vor Kaffees, vor Eisdielen, vor Bäckereien, vor Restaurants und vor Edel-Lebens-Mittel-Läden. Ich bekam Einladungen, zu `Haus-und-Hof-Konzerten`, ich musste Autogramme geben, verkaufte CD`s und ich wurde fotografiert und – von Japanern - gefilmt.

 

Vor mir standen Frauen, Tränen in den Augen, Muslime, die ihren Schleier lüfteten, mich `anglühten` und mir 10€ gaben. Kinder, die sich an mich schmiegten. Junge Frauen, die mir Erdbeeren brachten und im Winter einen Tee. Und ich bekam wunderbare Post, die mich und mein Tun in den höchsten Tönen lobt.

 

Und ich lud zu Indoor-Konzerten ein, die misslangen, da Besitzer/ Pächter und Räumlichkeiten nicht zu mir passten.

 

Und es dauerte 3 Jahre, bis ich - trotz aller Erfolge - erkannte, dass die Straße nicht mein `Pflaster` ist. Und auch Kneipen/ Restaurants waren und sind es nicht. Ich habe bei meinem Tun völlig vergessen, dass mein Programm sein Publikum hat und braucht und dass dieses Publikum eine ganz bestimmte Umgebung und eine ganz bestimmte Stimmung liebt. ...... weiter im Buch .........